Dishonored 2 – REVIEW

Allgemein, Games

Als ich den ersten Teil von Dishonored spielte, hatte das dramatische Auswirkungen auf mein Sozialleben. Über eine Woche lehnte ich jede Einladung ab, aufdringlichen Freunden die mich besuchen wollten, erzählte ich ominös von einer ansteckenden Krankheit. Die Inspiration zu dieser Notlüge hatte ich eindeutig von meinen virtuellen Streifzügen durch Dunwall, welches von einer Rattenplage mit einhergehender Pest heimgesucht wurde. Dishonored – der Grund meiner damals temporär einsetzenden Sozialphobie – konnte mit spannender Handlung und grandioser Grafik überzeugen. Die Geschichte spielt in einem fiktiven Inselreich, welches seinen Reichtum dem Walfang zu verdanken hat, und am ehesten mit einer britischen Hafenstadt im viktorianischen Zeitalter verglichen werden kann. Als Corvo Attano ist man Leibwächter der königlichen Garde, und enger Vertrauter der Königin – welche gleich zu Beginn vor seinen Augen ermordet wird. Nicht nur, dass er dadurch auf einen Schlag arbeitslos ist, obendrein wird ihm das Verbrechen auch noch in die Schuhe geschoben, als auch die Entführung von Emily Kaldwin, der Tochter der Königin. Nach seiner Flucht aus dem Gefängnis hat man aber ausreichend Möglichkeiten auf Rache, muss aber auch feststellen, Teil eines System gewesen zu sein, in dem die Aristrokatie dekadente Feste feiert, während das gemeine Volk von der Seuche dahingerafft wird.

Bildergebnis für dishonored 2


Die Handlung vom ersten Teil zu kennen, ist bei diesem storylastigen Game nicht notwendig, macht aber das Erlebnis insgesamt atmosphärischer. Der zweite Teil spielt 15 Jahre nach dem ersten, Emily Kaldwin amtiert nun als Thronerbin, doch werden sie und Corvo Opfer eines Umsturzkomplotts. An diesem Punkt wählt man, wen von beiden man spielt, und somit unterschiedliche magische Skills – naturgemäß ist Corvo der Kämpfer, die zarte Emily schleicht besser, stirbt aber leichter. Die Welt der Stadt Karnaca ist noch schöner und aufwendiger als zuvor, und auch diesmal hat die Strategie Einfluss auf das Spiel. Ritterlicher Kämpfer, unbemerkter Schleicher, brutaler Killer – man muss seine Taten mit Bedacht wählen, da sie Auswirkungen auf den Spielverlauf haben.

    Was Dishonored aber besonders macht, ist die komplexe Story, welche erst dann zur vollen Geltung kommt, wenn man auch alles liest, was einem an Schriftstücken und Hinweisen in die Hände kommt. Oft hat man von Charakteren schon einiges erfahren, bevor man ihnen persönlich über den Weg läuft, und das eigene Handeln bestimmt, wie sie einem gesonnen sind. Im “Sandbezirk” etwa, ist eine der vielen Lösungmethoden, zwei Protagonisten gegeneinander auszuspielen. Wer sich dazu entscheidet, ist aber quasi gezwungen, sich mit der Story auseinanderzusetzen. Wer seinen Weg mit Leichen pflastert, wird mit einer flacheren Geschichte bestraft, und das will man eher vermeiden. Was Dishonored 2 so toll macht, sind die unendlich vielen Möglichkeiten bei so ziemlich jeder Aufgabe. Im youtube Video “80 Ways To Kill Jindosh” zeigt ein User zu klassischer Musik von Richard Strauss die unendlich vielen Möglichkeiten, die einem zur Wahl stehen, um an sein Ziel zu kommen. Somit ist Dishonored 2 nicht nur ein Game das man öfter spielen kann, sondern eines das einem vor allem eines abverlangt: Kreativität!

Bildergebnis für dishonored 2

1920 × 1080

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